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An den Fortsetzungskrieg erinnernde Denkmäler an der Via Karelia

Der Fortsetzungskrieg begann für die Finnen am 25.6.1941. Bis auf die Verteidigungsschlacht von Ilomantsi haben fast alle bedeutenden Ereignisse dieses Krieges außerhalb der Grenzen des heutigen Finnlands stattgefunden, weshalb es an der Via Karelia bedeutend weniger an ihn als an den Winterkrieg erinnernde Denkmäler gibt.

Ein besonderes Charakteristikum des Fortsetzungskriegs war auch, dass sowjetische Partisanen in der Nähe der Ostgrenze ca. zwanzig [tai n. 30, "ca. dreißig", kuten alempana todetaan?] Einöddörfer und Häuser angriffen und dabei wehrlose Zivilisten gefangen nahmen oder töteten. An der Via Karelia gibt es sechs Denkmäler, die an solche Vorkommnisse erinnern.

An anderer Stelle auf dieser Website werden die kriegshistorischen Museen an der Via Karelia vorgestellt. Vier von ihnen beschäftigen sich mit dem Fortsetzungskrieg, das Paloaukea-Museum in Liperi, die Hütte des Grenzgenerals (fi. Rajakenraalin maja) im zu Ilomantsi gehörenden Parppeinvaara, die historische Eisenhütte von Möhkö bei Ilomantsi und das Kriegs- und Bauernhofmuseum Taistelijan Talo (dt. Haus des Kämpfers) zwischen Ilomantsi und Lieksa.

Im Folgenden werden die an den Fortsetzungskrieg erinnernden Denkmäler in der Reihenfolge von Süden nach Norden vorgestellt.

Angriff von Kitee aus 10.-16.7.1941

Denkmal für den Durchstoß von Kitee

Dieses Denkmal in Kitee liegt in der Nähe der Grenzwachstation an der Kreuzung der Straße zwischen Valkeavaara und Korkeakangas mit der Straße nach Mustalampi ca. 15 km vom Ortszentrum entfernt. Es wurde am 11.7.1992 enthüllt und erinnert an den Durchstoß von Kitee und den Einsatz der Truppenverbände der 19. Division. Die Inschrift lautet auf Deutsch: "In diesem Gebiet begann am 10.7.1941 der Vormarsch der 19. Division und der ihr unterstellten Truppenverbände zur Befreiung von Karelien."

 

Gedenkstein für die Gefallenen des Sommerangriffs 1941

Dieser Gedenkstein befindet sich am Rand des Soldatenfriedshofs neben der Kirche von Kitee. Seine Inschrift auf Deutsch lautet: "Hier fanden die südösterbottnischen 1941 gefallenen Soldaten der 19. Division eine erste einstweilige Ruhestätte. Der Gedenkstein wurde 1969 von den zivilen Verteidigungsorganisationen in Südösterbotten und Kitee errichtet."

 

 

Verteidigungskampf von Ilomantsi im Sommer 1944

Dieser Kampf unterscheidet sich wesentlich von den Verteidigungskämpfen im Winterkrieg, auch wenn die Kämpfe fast im selben Gelände ausgetragen wurden, an der Via Karelia im Gebiet des heutigen Finnlands. 1944 ging es um den Schlussakt eines langwierigen Rückzugs.

Das Ganze begann mit dem Großangriff der Sowjetunion 1944 auf der Karelischen Landenge. Um ihn zu stoppen, benötigte Finnland alle seine verfügbaren Truppen. So begann man, diese  aus eigener Initiative aus Ostkarelien zu dislozieren und damit den Rückzug anzutreten.

Am eigentlichen Verteidigungskampf von Ilomantsi waren 35 000 finnische und ebenso viele sowjetische Soldaten beteiligt. Das 30 mal 40 Kilometer große Kampfgebiet war  unwegsam und die es durchziehenden Straßen zum größten Teil nur für Pferdefuhrwerke  geeignet.

Ende Juli 1944 näherten sich zwei zur 32. Sowjetischen Armee gehörige Divisionen vom See Porajärvi im Osten dem Gebiet von Ilomantsi, weiter nördlich die 176. Division und weiter südlich die 289. Division. Ihre Aufgabe bestand darin, sich zum Ufer des Ladogasees vorzuschieben und dem 4. Finnischen Korps in den Rücken zu fallen. Die sowjetischen Truppen hatten keine überzählige Artillerie und der schlechte Straßenzustand begrenzte den Einsatz von Panzern, weshalb sie nicht in einem langen Keil über die Straßen vorstießen, sondern in einer breiten Front mithilfe selbstgebauter Versorgungsstraßen. Am 21.7.1944 erreichte die Rote Armee Finnland in Longonvaara bei Ilomantsi.

In dieser bedrohlichen Situation übergab das finnische Hauptquartier dem in Rukajärvi die 14. Division kommandierenden Generalmajor Erkki Raappana auch weitere in Ilomantsi zu stationierende Truppenteile, weshalb diese unter dem Namen Raappana-Gruppe (fi. Ryhmä Raappana) bekannt wurden.

Am 30.7.1944 begann in Ilomantsi der finnische Gegenschlag, dem eine wechselvolle Kesselschlacht folgte. Diese endete mit dem Sieg der Finnen. Dem größten Teil der sowjetischen Truppen gelang es zwar, auf die eigene Seite zu entweichen, doch die Finnen erbeuteten große Mengen an militärischer Ausrüstung.

Der Großangriff in Ilomantsi war der letzte im Zweiten Weltkrieg gegen Finnland gerichtete.

 

 

An den Fortsetzungskrieg erinnernde Denkmäler in Ilomantsi

Die Verteidigungskämpfe in Ilomantsi fanden im Juli und August 1944 statt. Über sie informieren die Kriegszeiten-Ausstellung in der historischen Eisenhütte von Möhkö und das Haus des Kämpfers in Hattuvaara/Ilomantsi [kumpikin linkitettävä]. Sowohl in Möhkö als auch in Hattuvaara befinden sich je drei weitere Denkmäler und eins noch etwas nördlicher in Palovaara.

 

Denkmal für die 21. Brigade in Möhkö

Dieses am 5.8.1989 enthüllte Denkmal zur Erinnerung an die letzten Kämpfe im Fortsetzungskrieg steht im Dorf Möhkö an der Brücke über den Koitajoki direkt an der Stromschnelle Möhkönkoski. Seine Inschrift lautet auf Deutsch: "Für das Vaterland kämpfte sich die 21. Brigade von Ostkarelien nach Ilomantsi vor und stoppte den Angreifer im Sommer 1944 vor Möhkö. Die Waffenbrüder der 21. Brigade." Neben dem Denkmal steht eine Informationstafel zu den Kampfhergängen.

An der Straße 5004 von Möhkö Richtung Öykköstenvaara steht nach 6 km links eine Panzerabwehrkanone als Denkmal für die 21. Brigade. Sie wurde im Frühjahr 1993 an einer am ursprünglichen Ort restaurierten Geschützstellung aufgestellt und trägt eine Tafel mit einer Inschrift, die auf Deutsch wie folgt lautet: "Geschütz/21. Br., Pak Geschützstellung 28.7.-4.8.1944".

Im unter Denkmalschutz stehenden Kampfgebiet von Kaatiolampi befinden sich finnische und sowjetische Schlachtpositionen, z.B. der sog. Teppana-Kessel (fi. Teppanan motti). Nördlich von hier befinden sich die Kessel von Leminaho und Kanninvaara.

 

 

Gedenktafel für das Kavallerie-Regiment von Häme

Diese Gedenktafel befindet sich ca. einen Kilometer vor dem Dorf Hattuvaara und dem Haus des Kämpfers (fi. Taistelijan talo) am Felsen von Hovattala auf der Ostseite der Via Karelia und trägt eine Inschrift, die auf Deutsch wie folgt lautet: "Das Kavallerie-Regiment von Häme kämpfte im Juli 1944 in Hattuvaara. Die Kavalleristengilde".

 

Gedenktafel für die 1. Schwadron des Kavallerie-Regiments von Häme und kriegshistorischer Lehrpfad Taistelijan taival

Die am 30.7.1987 von der finnischen Kavalleristengilde enthüllte Gedenktafel aus Naturstein befindet sich nördlich von Hattuvaara, ca. 1,7 km an der von der Via Karelia abzweigenden Straße nach Polvikoski, auf der Höhe eines roten Hauses namens Tiittasen talo und trägt eine Inschrift, die auf Deutsch wie folgt lautet: "Hier kämpfte am 30.7.1944 die 1. Schwadron des Kavallerie-Regiments von Häme." Neben der Gedenktafel steht ein Geschütz. Und von hier führt durch dieses Kampfgebiet aus dem Fortsetzungskrieg ein ca. 1,5 km langer kriegshistorischer Lehrpfad namens Taistelijan taival (dt. Weg des Kämpfers) mit 13 Informationstafeln zu den Kämpfen der 1. Schwadron.

 

Gedenktafel für die 2. Schwadron des Kavallerie-Regiments von Häme

Diese am 5.8.1989 von der finnischen Kavalleristengilde enthüllte Gedenktafel samt Informationstafel befindet sich von der vorher genannten weitere ca. 2 km in Richtung Polvikoski in Kukkoistenkangas an der Südseite der Straße. Neben ihr steht ein sowjetischer Granatwerfer.

 

Gesamtdenkmal für die Kämpfe in Ilomantsi

Ilomantsin taisteluiden yleismuistomerkin suunnitteli Sulo Leppänen. Muistomerkkialueen laidoilla on kaksi 122 millin Putilov-haupitsia, jotka olivat mukana Hattuvaaran taisteluissa. Tykkien putket osoittavat Vellivaaran mottia kohti. Kivipaadessa on Outokumpu Oy:n lahjoittama pronssilaatta teksteineen: ”Kesän 1944 torjuntataisteluiden muistoksi. Kunnia sankareille veteraaniveljet 1981:” Muistomerkkialueella on suurikokoinen taulu, jossa kerrotaan Ilomantsin taisteluiden kulku.

Diese Denkmalanlage in Palovaara wurde von dem finnischen Bildhauer Sulo Leppänen entworfen und besteht aus zwei an den Kämpfen in Hattuvaara beteiligten 122-mm-Putilow-Haubitzen, deren Rohre in Richtung Vellivaara-Kessel zeigen, und einem Gedenkstein mit Bronzetafel, deren Inschrift auf Deutsch wie folgt lautet: "Zum Gedenken an die Abwehrkämpfe im Sommer 1944. Ehre den Helden. Die Veteranen-Brüder 1981". In dieser Anlage befinden sich auch eine große Informationstafel zu den Kämpfen im Gebiet von Ilomantsi und weitere Gedenktafeln zu etlichen an den Kämpfen beteiligten Truppenverbänden. Viele von diesen beschreiben auch den Weg der jeweiligen Einheit:

Denkmal für das 3. Grenzjägerbataillon (Rj. P 3): "1941-1944 Hanko – Syväri – Ilomantsi"

Denkmal für das Dragoner-Regiment von Uusimaa (URR)

Denkmal für die 3. Schwadron des Kavallerie-Regiments von Häme (3./HRR), dessen Inschrift auf Deutsch lautet: "Die 3. Schwadron des Kavallerie-Regiments von Häme kämpfte zusammen mit den Jägerbataillonen JP 6 und JP 1 und mit dem Dragoner-Regiment URR 30.7.-4.9.1944 in den Gebieten Utrio – Teponlampi, Ilaja – Luovenjärvi, Lehmivaara, Kangasjärvi – Kalalampi und Kangasjärvi – Kitsanlampi."

Das JP 1 (heute Lappländisches Jägerbataillon, Sodankylä) kämpfte im Gebiet von Ilomantsi 18.7.-23.8.1941 und 27.7.-4.9.1944 und das JP 6 26.7.-4.9.1944.

Denkmal für die Artillerieabteilung Aura

 

Die Kämpfe am Rukajärvi

An diese Kämpfe 4.7.-12.9.1941 im Gebiet eines heute zu Russisch-Karelien gehörenden Sees erinnert ein Denkmal im zwischen den Straßen Pielisenkatu und Torikatu gelegenen  Vapaudenpuisto (dt. Freiheitspark) in Lieksa.

Damals führte die von Oberst Erkki Raappana (ab 31.12.1941 Generalmajor) befehligte 14. Division Angriffe auf die weitläufigen, zwischen den deutschen Truppen im Norden und den karelischen Truppen liegenden Wildnisgebiete von Repola und Rukajärvi durch.

Die Reichsgrenze überschritt sie am 4.7.1941 und das Dorf Rukajärvi eroberte sie am 12.9.1941.

 

Die Kampfstraße von Rukajärvi

In Finnland gibt es zwei offiziell mit einem Namen versehene, autorisierte und ausgeschilderte Kriegsstraßen, die 20 km lange Straße von Raate in Suomussalmi und die auf finnischer Seite 44 km lange Straße von Rukajärvi im Gebiet von Lieksa. Erstgenannte war ein wichtiger Schauplatz im Winterkrieg. Die letztgenannte, eine Kriegsstraße im Fortsetzungskrieg, führte mit einer Gesamtlänge von 230 km vom Bahnhof in Lieksa bis zum Rukajärvi im heutigen Russisch-Karelien. Beide zweigen von der Via Karelia ab.

 

Denkmäler für die Partisanenopfer im Gebiet der Via Karelia

Im Fortsetzungskrieg griffen sowjetische Partisanen insgesamt 32 [tai "ca. 20", kuten ylempänä todetaan?] Zivilobjekte an, von denen viele im Gebiet der Via Karelia zu finden sind.

 

Denkmäler in Lieksa

Am See Pieni Ritojärvi an der Straße von Kontiovaara liegt ein Gedenkstein mit der auf Deutsch wie folgt lautenden Inschrift "Den Partisanenopfern vom 30.7.1944" und vier Kreuzen.

Im Dorf Kuroajärvi, 38 km von Lieksa nach Süden, steht am Haus von Karhivaara ein Gedenkstein mit 13 Kreuzen, der daran erinnert, dass hier von den sowjetischen Partisanen in drei Häusern insgesamt vier Frauen und neun Kinder getötet wurden.

Auch an der von der Straße 5202 zwischen Kivilahti und Kitsi abzweigenden, zum Nationalpark Patvinsuo führenden Straße Suomuntie steht ca. 500 Meter nach der Kreuzung auf der linken Seite ein Denkmal für die Opfer der Partisanen.

Und auf dem Friedhof von Lieksa ist ein Gedenkstein zu finden für 19 von den Sowjetpartisanen getötete Menschen.

 

Partisanenangriffe in Kuhmo 24.9.1943 und 24.7.1944

Auf dem neuen Friedhof von Kuhmo (Adresse: Kappelikuja 1) steht ein Denkmal für die Opfer der Sowjetpartisanen mit einer Inschrift, die auf Deutsch wie folgt lautet: "Keine Freiheit ohne Opfer".

Ein weiteres Denkmal für die Opfer der sowjetischen Partisanen wurde am 24.7.1994 wurde an der Straße 9070 (Hirvivaarantie) im Dorf Iivantiira enthüllt und am 2.7.1995 ebenfalls eins an der Grenzwachstation von Viiksimo. Beide wurden von Kauko Haverinen entworfen.

 

Partisanenangriffe auf Grenzdörfer im Gebiet von Suomussalmi 26.6.1943

Partisaanit hyökkäsivät 26.6. Suomussalmen rajakyliin Viiankiin, Hyryyn ja Malahviaan. Viiangin kylällä muistomerkkinä toimii tuhoutuneen kodin uuni, Hyryn ja Malahvian kyliin paljastettiin muistomerkit 4.7.1993. Betonipaasiin on laitettu laatat, joissa on tiedot surmatuista.

Am 26.6.1943 griffen sowjetische Partisanen die Grenzdörfer Viianki, Hyry und Malahvia an. In Viianki dient der Ofen eines bei dem Angriff zerstörten Wohnhauses als Denkmal für die Opfer; in Hyry und Malahvi wurde am 4.7.1993 als Denkmal jeweils eine Betonplatte mit einer Tafel enthüllt, auf der die Daten der Getöteten eingraviert sind.

 

Angriff auf das Dorf Lämsänkylä im Gebiet von Kuusamo 18.7.1943

Bei diesem Partisanenangriff verlor Lämsänkylä sechs seiner Bewohner. Einer wurde gefangengenommen, kehrte aber auch bei einem Gefangenenaustausch nach dem Krieg nicht wieder zurück. Das an die Opfer erinnernde Denkmal wurde am 22.7.1990 in Lämsänkylä enthüllt.

 

Angriff auf das Dorf Murtovaara im Gebiet von Kuusamo 5.7.1942

Hier griffen die Sowjetpartisanen zwei PKWs an. Dabei kamen fünf Personen ums Leben. Einem der beiden Wagen gelang es, sich vom Angriffsort zu entfernen.

Der Gedenkstein steht an der Straße 913 zwischen Murtovaara und Hossa, ca. sieben Kilometer von Murtovaara nach Süden. Er trägt eine Inschrift, die auf Deutsch sinngemäß wie folgt lautet: "Keine größeres Zeichen von Liebe, als Freunden sein Leben zu opfern."

 

Angriff auf das Dorf Kiviaapa im Gebiet von Salla 15.7.1943

In diesem Dorf in der Nähe von Hautajärvi nahmen die Sowjetpartisanen fünf Zivilisten, die bei der Heuernte waren, gefangen und töteten sie dann. Der Gedenkstein an der Via Karelia ist Teil einer Panzersperre der Salpa-Linie in Aholanvaara. Ein anderes Denkmal für die Ereignisse in Kiviaapa steht am Ort der Gefangennahme.

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