Kriegsdenkmäler an der Via Karelia

Die zahlreichen Kriegsdenkmäler an der Via Karelia zwischen Virolahti im Süden und Salla im Norden zeugen vom heldenhaften und letztlich von Erfolg gekrönten Überlebens- und Unabhängigkeitskampf der Finnen in den Wirren des Zweiten Weltkriegs.

Finnland ist das einzige Land, das damals auf der Seite der Verlierer gekämpft hat, das aber weder während des Kriegs noch danach besetzt war. Es ist auch das einzige  kontinentaleuropäische am Zweiten Weltkrieg beteiligte Land, dessen zentrale Gebiete nicht Schauplatz eines Landkriegs waren. Überall sonst in Kontinentaleuropa verliefen die Fronten in zwei Richtungen durch die Staaten.

Die Kriegsdenkmäler an der Via Karelia zeugen genau genommen von drei verschiedenen Kriegen zwischen 1939 und 1945. Das sollte man wissen, um zu verstehen, wie sie zeitlich und militärisch miteinander in Verbindung stehen. Im Gebiet der Via Karelia wurde nicht ununterbrochen gekämpft und hier gab es auch nie eine zusammenhängende Frontlinie.

Im Süden fehlen die Kriegsdenkmäler völlig, was sich dadurch erklären lässt, dass Finnland am Ende des sog. Winterkriegs (1939-40) große Teile Kareliens an die Sowjetunion verlor, die Karelische Landenge sowie Gebiete um den Ladogasee herum und nördlich von ihm. Am Ende des sog. Fortsetzungskriegs (1941-44) musste Finnland dieselben Gebiete noch einmal abtreten, diesmal für immer. Ein erheblicher Teil der Kämpfe fand östlich der heutigen finnischen Ostgrenze statt, im Winterkrieg alle südlich von Ilomantsi und im Fortsetzungskrieg fast alle bis auf die in Ilomantsi.

Der dritte Krieg, in den Finnland während des Zweiten Weltkriegs verwickelt war, war der sog. Lapplandkrieg 1944.

Was im Gebiet der Via Karelia südlich von Ilomantsi zum Thema Krieg zu sehen ist, sind fast ausschließlich wieder instandgesetzte Befestigungsanlagen, wie die der entlang der gesamten Via Karelia verlaufenden, im Krieg zu Verteidigungszwecken errichteten Salpa-Linie (fi. Salpalinja), die aber nie eingesetzt zu werden brauchte.

Einige ihrer Befestigungsanlagen entstanden jedoch in ehemaligen Winterkriegskampfgebieten, wenn diese strategisch von Bedeutung waren. Im Winterkrieg selbst gab es sie aber noch nicht.

Liekkipatsas

Alvar Aalto: Flammen-Denkmal

Die kriegshistorischen Stätten auf der Karte

Die kriegshistorischen Stätten aufgelistet

Salpalinja-Museum von Miehikkälä

Dieses Museumsgelände, gegründet 1987, ehemals vorgesehen als Verteidigungszentrum einer ursprünglich zur Salpa-Linie (fi. Salpalinja oder auch Suomen Salpa) gehörigen verstärkten Kompanie, informiert über die Baugeschichte dieser Verteidigungslinie. Es ist also…

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Bunkermuseum von Joensuu

Dieses Museum, das Befestigungsanlagen der Salpa-Linie zeigt, liegt im Joensuuer Stadtteil Marjala. Die Befestigungsarbeiten in Marjala begannen am 27.8.1940. Am Südende des Höytiäinen-Kanals sollten drei Stahlbetonunterstände errichtet werden. Von diesen…

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Bunkermuseum von Virolahti

Dieses Museum wurde 1980 von der Kommune Virolahti und lokalen Kriegsveteranenorganisationen gegründet. Seine ständige Ausstellung trägt den Namen „Die Salpa-Linie beginnt in Virolahti“. Sie informiert über die 1940-41 und 1944…

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Museum von Paloaukea

Dieses im Juni 2007 eröffnete Museum ist untergebracht im ehemaligen Waffendepot der Garnison von Ylämylly in Liperi und zeigt Gegenstände aus dem Zeiten Weltkrieg, u.a. ein Feldgeschütz. Paloaukea ist Schauplatz…

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Kollaa-Museum

Dieses 1983 gegründete Museum befindet sich in Rautjärvi im Lazarett eines ehemaligen Reservekasernengebiets. Das Kampfgebiet einer bedeutenden Schlacht im Winterkrieg liegt am Fluss Kollaa nördlich des Ladoga-Sees, dort kämpften aber viele Männer aus Rautjärvi, unter anderen der in Finnland bekannte Scharfschütze Simo Häyhä.

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Kriegshistorische Ausstellung in der historischen Eisenhütte von Möhkö

Hauptthema des Eisenhüttenmuseums ist die Eisengewinnung aus Limonit bzw. Brauneisenerz, aber die Ausstellung „Möhkö im Krieg“ zeigt die Ereignisse des Winter- und Fortsetzungskriegs aus der Perspektive von Möhkö. Sie erzählt…

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Winterkriegsmuseum Raatteen portti

Äußerlich symbolisiert dieses 1992 eröffnete Museum an der Kreuzung der Via Karelia mit der Straße von Raate eine Panzersperre mit Explosionsspuren. Es informiert vielseitig über den Winterkrieg, speziell über die…

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Grenzschutzmuseum in Raate

Der Wachtposten von Raate wurde von Soldaten dreier Mächte benutzt. Erst war er eine finnische Grenzschutzstation, im Winterkrieg diente er den Sowjets und im Fortsetzungskrieg den Deutschen. Das Gebäude ist…

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Haus des Kämpfers in Hattuvaara

In diesem Museum kann man auch essen und übernachten. Seine kriegshistorischen Ausstellungen in den Gebäuden und um sie herum zeigen Gegenstände aus dem Krieg, z.B. Geschütze und einen Unterstand, wie…

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Winterkriegsmuseum von Kuhmo

Dieses im Besitz der Stadt Kuhmo befindliche Museum zeigt anhand von Gegenständen, Fotos, Modellen und Klangeffekten die Kriegsereignisse in Kuhmo, aber auch den Alltag der später aus dem Gebiet evakuierten…

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Hütte des Grenzgenerals

Diese große, jetzt im Runendorf Parppeinvaara in Ilomantsi gelegene Blockhütte war ursprünglich Quartier und Befehlsstelle des Generalmajors Erkki Raappana, der im Winterkrieg die 14. Division befehligte und von hier die…

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